Welche Spiele eignen sich am besten, um den Zusammenhalt in Unternehmen nachhaltig zu stärken? Dieser Frage widmet sich ein Forschungsteam der Fachhochschule Dortmund. Hintergrund ist die zunehmende Verbreitung von Homeoffice und hybriden Arbeitsmodellen, durch die persönliche Begegnungen seltener geworden sind und der soziale Zusammenhalt in vielen Teams leidet.
Während der Corona-Pandemie arbeiteten zahlreiche Beschäftigte erstmals dauerhaft von zu Hause aus. Auch nach dem Ende der Pandemie blieb das mobile Arbeiten in vielen Unternehmen bestehen. Gleichzeitig stellen viele Betriebe fest, dass räumliche Distanz langfristig auch soziale Distanz schaffen kann. Klassische Maßnahmen zum Teambuilding stoßen dabei häufig an ihre Grenzen.
Spiele als neuer Ansatz für TeamentwicklungGenau hier setzt das Forschungsprojekt von Prof. Dr. Jennifer Tiede sowie den wissenschaftlichen Mitarbeitenden Nina Kiel und Nicolas Hoberg an. Ihr Ansatz: Kooperative Spiele schaffen einen geschützten Raum, in dem Zusammenarbeit, Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen spielerisch gefördert werden können.
Spiele bieten zahlreiche Parallelen zum Arbeitsalltag. Gemeinsame Herausforderungen, das Lösen von Aufgaben sowie der konstruktive Umgang mit Erfolgen und Niederlagen können unter anderem die Fehlerkultur, Teamkommunikation und Zusammenarbeit positiv beeinflussen. Gleichzeitig steht der gemeinsame Spaß im Mittelpunkt.
Brettspiele und Videospiele im FokusDas Forschungsteam untersucht sowohl klassische Brettspiele als auch digitale Spiele. Als besonders vielversprechende Beispiele nennen die Forschenden unter anderem:
- PICO PARK (PC, Nintendo Switch, PlayStation)
- Top Ten Adventures (Brettspiel)
- Minecraft (PC, Konsolen und mobile Geräte)
Im Mittelpunkt stehen dabei vollständig kooperative Spiele, bei denen alle Teilnehmenden gemeinsam ein Ziel verfolgen.
Auswahl nach wissenschaftlichen KriterienSeit Januar 2026 bewertet das Forschungsteam geeignete Spiele anhand verschiedener Kriterien. Dazu gehören unter anderem geringe technische Anforderungen, einfacher Einstieg, Barrierefreiheit, Datenschutz, niedriger Vorbereitungsaufwand sowie eine hohe Wiederspielbarkeit.
Darüber hinaus wird untersucht, welche Kompetenzen die Spiele fördern, ob kulturelle Barrieren bestehen und ob sie Menschen verschiedener Altersgruppen gleichermaßen ansprechen. Außerdem sollen mindestens acht Personen gleichzeitig teilnehmen können, damit auch größere Teams gemeinsam spielen können.
Ziel ist eine kostenlose SpieledatenbankNach der wissenschaftlichen Auswahl werden die Spiele bei Projektpartnern im Unternehmensalltag getestet. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen anschließend in eine frei zugängliche Datenbank ein.
Über ein digitales Tool sollen Unternehmen künftig passende Spiele entsprechend ihrer Teamgröße, technischen Ausstattung und individuellen Anforderungen auswählen können. Ergänzt wird das Angebot durch weitere wissenschaftlich entwickelte Maßnahmen zur Förderung resilienter und innovativer Teams.
Projekt „KoSpiRIT“Das Forschungsprojekt trägt den Titel „Kooperative Spiele und verbundenheitsförderliche Arbeitsgestaltung für resiliente und innovative Teams (KoSpiRIT)“. Es wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert und läuft bis Ende 2028.
Projektpartner sind neben der FH Dortmund die TU Dortmund, die Universitätsmedizin Rostock, PAG – Perspektive Arbeit & Gesundheit, die Clausohm-Software GmbH sowie die rku.it GmbH.

