19. Oktober 2020 / Aktuelles aus der Stadt

Watzke: "Das Spiel gegen Schalke wird uns eine Million Euro kosten"

Watzke sieht den Fußball als Musterbeispiel

Am kommenden Wochenende (Sa. 24.10.,18.30 Uhr), kommt es zum 97. Bundesliga-Derby gegen Schalke 04. Wegen der Coronavirus-Pandemie in Verbindung mit den aktuell steigenden Neuinfektionen, findet das Derby im Dortmunder Signal-Iduna-Park ohne Zuschauer statt.

Watzkes Statement dazu: "Es ist schon - sagen wir mal - etwas, was dich bewegt. Die Gesamtsituation bewegt dich. Ich weiß dabei natürlich schon, dass wir im Fußball eine ganz andere Situation haben. Ich kenne viele Kleinunternehmer, viele Gastronomen, viele Taxifahrer. Die haben noch ganz andere Sorgen als wir. Aber wir drehen natürlich auch ein größeres Rad, das ist ja klar. Wir haben eine riesige Kostenstruktur und natürlich müssen wir irgendwann wieder Geld einnehmen. Und da war das jetzt wieder ein Rückschlag, dass wir jetzt wieder ohne Zuschauer spielen müssen. Das bei so einem Spiel wie gegen Schalke ... das wird uns wieder eine Million Euro kosten, die wir nicht einnehmen - gegen Zenit St. Petersburg vier Tage später dann das gleiche. Das ist schon schlimm."

Dass Spiele überhaupt stattfinden können, sei allerdings die oberste Prämisse.  "Es muss weitergehen. Wir brauchen mindestens diese Geisterspiele. Wenn wir diese auch nicht mehr haben würden, wird es natürlich ganz schlimm."

Watzke sieht den Fußball als Musterbeispiel
Was dem Geschäftsführer des BVB derzeit nicht gefällt, ist "populistisches Fußball-Bashing, wie das die letzten Tage wieder verstärkt auch aus der Bundesregierung gekommen ist". Das sei einfach nicht angebracht. "Ich verstehe es ehrlich gesagt nicht, warum man sich da wieder am Fußball abarbeitet. Der Fußball hat ein weltweit anerkanntes Top-Konzept in Deutschland umgesetzt, es geht überhaupt keine Gefahr aus. Die Veranstaltungen, die wir gemacht haben - heute zum Beispiel in Hoffenheim mit 6000 Zuschauern oder davor in zwei Heimspielen in Dortmund mit jeweils etwa 10.000 Zuschauern, was ich live beobachtet habe, das ist top. Da hat es keinen einzigen positiven Fall gegeben."

Watzke kommt deswegen zu der Aussage: "Wenn alle Veranstaltungen, die in Deutschland unter freiem Himmel oder auch nicht unter freiem Himmel gibt, so abgelaufen wären wie die im Fußball, dann hätten wir jetzt möglicherweise nicht diese hohen neuen Zahlen. Wir haben als Liga der Politik ein Angebot gemacht, was angenommen worden ist. Und dabei müssen wir auf jeden Fall verlässlich sein, und das waren wir bisher."

Sonst drohe wirklich vielen deutschen großen Bundesliga-Aushängeschildern der Kampf um die nackte Existenz. Watzke: "Das bricht auch über den großen Klubs herein. Wenn wir zwei, drei Jahre solch eine Situation durchmachen müssten, dass würde kein Verein verkraften."

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