Verpflichtende digitale Baustellenkoordination ab 2027
Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen plant, die Baustellenkoordination durch ein verpflichtendes digitales Meldeverfahren zu verbessern. Grundlage ist eine Novelle des Straßen- und Wegegesetzes Nordrhein-Westfalen. Ab dem 1. Januar 2027 sollen alle Baulastträger ihre verkehrlich relevanten Baustellen digital melden.
Ziel: Einheitliche Datengrundlage und weniger Konflikte
Bislang nutzen neben der Autobahn GmbH und dem Land 155 Kommunen und Kreise die landeseigene Plattform zur Baustellenkoordination. Die Teilnahme erfolgte bisher freiwillig. Künftig soll eine verbindliche Datengrundlage geschaffen werden, um Baustellen frühzeitig abzustimmen, Konflikte zu vermeiden und Verkehrsteilnehmende verlässlich zu informieren.
Verkehrsminister Oliver Krischer erklärte: „Das System kann sein Potenzial nur entfalten, wenn alle mitmachen. Dann werden Baustellen nicht länger isoliert geplant, sondern sind Teil eines gemeinsamen Lagebilds. In Zeiten, in denen wir mit Hochdruck sanieren und vor zahlreichen Baustellen im Stau stehen, ist das wichtiger denn je.“
Systeme und technische Umsetzung
Kommunen können neben dem landeseigenen „Traffic Information Center“ auch andere Systeme nutzen, sofern sie die erforderlichen Daten an das „Mobidrom“, die Landesagentur für Mobilitätsdaten, übermitteln. Im Mobidrom werden alle Informationen gebündelt und über den Nationalen Zugangspunkt für Mobilitätsdaten, die Mobilithek des Bundes, bereitgestellt.
Das „Traffic Information Center“ wurde 2019 vom Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen in der Landesverkehrszentrale eingeführt. Derzeit sind rund 155 Kommunen und Kreise angeschlossen. Die Landesverkehrszentrale bietet Schulungen und kostenfreien First-Level-Support an.
Jan Lohoff, Leiter der Landesverkehrszentrale, erklärte: „Das System ist einfach gut: Kommunen können Baustellen unkompliziert eintragen, Konflikte frühzeitig erkennen und Informationen schnell an Verkehrsteilnehmende weitergeben – ganz ohne aufwendige IT-Installation.“
Nutzen für Wirtschaft und Verkehr
Martin van Nooy, Leiter Standortlogistik der CHEMPARK-Areale, sagte: „Uns gehen überall die Umleitungen aus. Es ist absolut an der Zeit, das wachsende Problem unkoordinierter Baustellen, die zu zusätzlichen Verzögerungen, erhöhten Kosten und Risiken für Produktions- und Lieferketten führen, endlich gemeinsam abzustellen.“
Durch das System werden geplante Baustellen und Umleitungen automatisch abgeglichen. Überschneidungen und potenzielle Konflikte werden angezeigt, sodass Zeitpläne angepasst oder alternative Verkehrsführungen geplant werden können. Die Daten fließen in ein landesweites Lagebild ein und werden fortlaufend aktualisiert.

