Festivalstudie zeigt Vielfalt und Druck der Szene
Mit der neuen Studie „Musikfestivals in Deutschland“ liegt erstmals eine umfassende Bestandsaufnahme der deutschen Musikfestivallandschaft vor – erstellt von IfD Allensbach im Auftrag von Initiative Musik, Bundesstiftung LiveKultur und Deutschem Musikinformationszentrum.
Kernzahlen und Struktur
- Rund 1.800 Musikfestivals bundesweit, davon 71 % in Popularmusik/Jazz, 24 % in Klassik
- Ø 30 Konzerte pro Festival, davon 40 % Nachwuchsacts
- Ø Auslastung 76 %, Großveranstaltungen 84 %
- Ø Besuchszahl: 9.244
Wirtschaft und Förderung
- Einnahmen 551 Mio. €, Ausgaben 522 Mio. € (Hochrechnung)
- Nur 15 % der Festivals erwirtschaften Gewinn, 30 % arbeiten defizitär
- 84 % erhalten Förderzusagen, 18 % verzichten auf Anträge
- Größter Kostenfaktor: Künstler:innenhonorare (Ø 38 %)
Engagement und Perspektive
77 % der Festivals sind Non-Profit, 79 % stützen sich wesentlich auf Ehrenamt. 84 % der Veranstaltenden sehen kulturelle Motivation als Hauptziel. Seit 2020 wurden 18 % neu gegründet – besonders im Bereich elektronischer Musik. Zugleich erwarten 66 % einen Rückgang der Festivalzahl.
„Musikfestivals sind kulturelle Treffpunkte und ökonomisch relevante Plattformen – sie stehen aber vor Herausforderungen, die neue Konzepte und stabile Förderung erfordern“, so das Fazit der Studienpartner.

