Deutsche Exporte im September deutlich gestiegen – USA ziehen als Hauptabnehmer an
Die deutsche Exportwirtschaft verzeichnete im September 2025 ein überraschend deutliches Wachstum. Die Ausfuhr von Waren stieg im Vergleich zum Vormonat um 1,4 Prozent auf einen Wert von 131,1 Milliarden Euro. Dieses Wachstum übertraf die Erwartungen von Ökonomen, die lediglich ein Plus von 0,5 Prozent prognostiziert hatten. Im Vormonat August 2025 waren die Exporte noch um 0,8 Prozent gesunken.
Hauptelement: Die USA als treibende Kraft der Exportentwicklung
Die positive Entwicklung ist maßgeblich auf den Handel mit den Vereinigten Staaten von Amerika zurückzuführen. Die Nachfrage aus den USA, die traditionell der Hauptabnehmer deutscher Waren sind, zog im September 2025 erstmals nach fünf aufeinanderfolgenden Rückgängen wieder an. Deutsche Unternehmen lieferten Waren im Wert von 12,2 Milliarden Euro über den Atlantik, was einem bemerkenswerten Zuwachs von fast zwölf Prozent gegenüber dem August 2025 entspricht. Der Anstieg zeigt, wie die deutschen Unternehmen auf eine erhöhte externe Nachfrage reagieren konnten. Die Daten, die vom Statistischen Bundesamt mitgeteilt wurden, verdeutlichen, dass die USA weiterhin eine zentrale Rolle für das deutsche Exportgeschäft spielen. Im Gegensatz dazu verzeichnete das Geschäft mit der Volksrepublik China einen Rückgang. Die Ausfuhren dorthin sanken im September 2025 um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat und erreichten einen Wert von 6,7 Milliarden Euro. Der Handel innerhalb der Europäischen Union hingegen entwickelte sich stabil. Die Exporte in EU-Staaten wuchsen um 2,5 Prozent auf 74,3 Milliarden Euro.
Trotz des monatlichen Zuwachses in die USA konnte das Exportniveau des Vorjahres (September 2024) bei Weitem nicht erreicht werden. Im Vergleich zum September 2024 sanken die Exporte in die USA um 14 Prozent. Dieser signifikante Rückgang ist vor allem auf die in der Zwischenzeit eingeführten hohen US-Zölle zurückzuführen, die den Handel seitdem belasten. Die unerwartet hohe Steigerung der Gesamtexporte im September wurde somit überwiegend von den USA und der stabilen EU-Nachfrage getragen und federt die Dämpfer aus anderen Regionen ab.
Hintergrundinformationen und Expertenbewertung
Parallel zu den gestiegenen Exporten zogen auch die Importe nach Deutschland im September 2025 an. Es wurden Waren im Wert von 115,9 Milliarden Euro eingeführt, ein Plus von 3,1 Prozent zum Vormonat. Auch diese Entwicklung übertraf die Erwartungen der Analystinnen, die nur mit einem Wachstum von 0,5 Prozent gerechnet hatten. Steigende Einfuhren können in der Regel als ein Signal für eine verbesserte Binnennachfrage interpretiert werden, da mehr Güter ins Land geholt werden, um den Bedarf zu decken. Trotz der generellen positiven Exportentwicklung im September sehen Wirtschaftsexperten keinen grundlegenden Richtungswechsel für die deutsche Exportwirtschaft. Die Stimmung in der Branche verschlechterte sich laut dem ifo Institut zuletzt wieder. Im Oktober sank das Barometer für die Exporterwartungen auf 2,8 Punkte. Dies steht im Gegensatz zum September, als mit 3,4 Zählern noch der höchste Wert seit fast zweieinhalb Jahren erreicht wurde.
Klaus Wohlrabe vom ifo Institut äußerte sich zur aktuellen Lage: „Die deutsche Exportwirtschaft steckt fest. Eine echte Erholung ist nicht in Sicht.“
Weitere Entwicklungen im Außenhandel
Die aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen eine differenzierte Lage im deutschen Außenhandel. Während die USA kurzfristig für eine positive Überraschung sorgten, bleiben strukturelle Herausforderungen, wie die US-Zölle und die schwächere Nachfrage aus China, bestehen. Die Stabilisierung des EU-Binnenhandels hingegen wirkt als wichtiger Puffer für die deutsche Wirtschaft.
- Die Gesamtexporte stiegen um 1,4 Prozent auf 131,1 Milliarden Euro.
- Die Importe stiegen um 3,1 Prozent auf 115,9 Milliarden Euro.
- Exporte in die USA verzeichneten ein Plus von fast zwölf Prozent zum Vormonat.
- Mehr Infos zum Statistischen Bundesamt.
- IFO-Exporterwartungen sanken im Oktober auf 2,8 Punkte.

