Ultraschall zerstört Tumore ohne OP
Eine zufällige Laborbeobachtung führte zur Entwicklung einer neuen Krebstherapie: Histotripsy zerstört Tumore mittels fokussierter Ultraschallwellen – ganz ohne chirurgischen Eingriff.
Entdeckung durch Zufall im Labor
- Zhen Xu entwickelte Histotripsy während ihrer Doktorarbeit an der University of Michigan
- Veränderung der Pulsrate führte zu starker Gewebezerstörung durch Ultraschall
- Erste Tests erfolgten am Gewebe eines Schweineherzens
Funktionsweise der Histotripsy
Bei Histotripsy werden Ultraschallwellen gezielt auf einen winzigen Punkt im Tumor gelenkt. Mikroskopische Blasen zerreißen dabei das Tumorgewebe mechanisch. Die Methode ist nicht-invasiv, arbeitet ohne Hitze oder Chemikalien und ermöglicht eine schnelle Erholung.
„Die Größe der Wellen entspricht gerade mal der Spitze eines Stiftes“, sagte Dr. Xu gegenüber BBC.
Klinische Studien und Zulassungen
Seit Oktober 2023 ist Histotripsy in den USA für Lebertumore zugelassen. Eine Studie zeigte bei 95 Prozent der Patient:innen technische Erfolge. Seit Juni 2025 läuft ein NHS-Pilotprojekt im Vereinigten Königreich. Langzeitstudien zur Rückfallquote stehen noch aus.

