Melanie Amann verlässt den „Spiegel“ – Abgang nach Machtkampf
Melanie Amann, stellvertretende Chefredakteurin des „Spiegels“, wird das Magazin zum Jahresende verlassen. Das gab das Nachrichtenhaus am Montag bekannt. Amann war insgesamt zwölf Jahre beim „Spiegel“ tätig – unter anderem als Redakteurin, Hauptstadtbüroleiterin und zuletzt in der Chefredaktion.
Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund eines internen Machtkonflikts. Seit Mai 2023 hatte Amann zunehmend an Einfluss verloren, nachdem Chefredakteur Dirk Kurbjuweit ihr die Verantwortung für die Politik-Berichterstattung entzog. Das Verhältnis zwischen beiden galt seither als zerrüttet.
Amann sagte laut Mitteilung, sie blicke mit Dankbarkeit zurück: „Es war eine Ehre und Freude, für das Haus von Rudolf Augstein zu arbeiten.“ Kurbjuweit lobte ihre Arbeit, besonders im Zusammenhang mit ihrer AfD-Berichterstattung und Medienpräsenz.
Laut „F.A.Z.“ wird Amann ab Oktober als „John F. Kennedy Memorial Policy Fellow“ an der Harvard-Universität in den USA tätig sein. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus.

