Unter anderem wegen Mordes in vier Fällen und versuchten Mordes in 30 Fällen ist ein 36-Jähriger vor dem Landgericht Erfurt zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Zudem stellte das Gericht eine besonders schwere Schuld fest, womit eine vorzeitige Entlassung aus dem Gefängnis nach 15 Jahren nahezu ausgeschlossen ist. «Es ist ein furchtbares Geschehen, weswegen wir hier zu Gericht sitzen», sagte der vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung am Dienstag. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte in einer Nacht im August vergangenen Jahres im thüringischen Apolda ein Feuer in einem Wohnhaus legte, von dem er wusste, dass dort viele Menschen lebten, darunter auch Kinder. Vier Menschen starben, viele wurden verletzt. Der Angeklagte hatte die Tat eingeräumt, allerdings bestritten, dass er jemanden habe töten wollen. Das sah das Gericht in seiner Begründung anders: Der Mann habe das Feuer heimtückisch zu nachtschlafender Zeit und mit Benzinkanistern als gemeingefährliche Mittel gelegt. Zudem habe er aus niedrigen Beweggründen gehandelt, weil er sich an wenigen Bewohnern des Hauses habe rächen wollen, mit denen er sich um 250 Euro gestritten hatte. Er habe die Tat geplant, angekündigt und mit Bedacht gehandelt. Das Gericht stützte sich auf das Ergebnis eines Gutachtens, wonach der Mann zum Tatzeitpunkt schuldfähig war. Nach einem anderen Gutachten, das eine Expertin zu Beginn der Verhandlungen vorgestellt hatte, wäre der Mann nicht schuldfähig, weil er zum Tatzeitpunkt unter einer Psychose litt. Der Bulgare war deshalb in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Nun wird er in Untersuchungshaft kommen. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert, sah in der Gesamtschau aber die besondere Schwere der Schuld nicht gegeben. Der Verteidiger des angeklagten Bulgaren plädierte am Dienstag vor dem Landgericht dagegen darauf, seinen Mandanten freizusprechen und ihn in einer psychiatrischen Einrichtung unterzubringen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Bildnachweis: © Jacob Schröter/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
Lebenslange Freiheitsstrafe für Brandstifter von Apolda
Das Landgericht Erfurt hat einen 36-Jährigen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Er soll in einem Wohnhaus einen Brand gelegt haben, bei dem vier Menschen starben.
Meistgelesene Artikel
- 20. Januar 2026
Leuchtender Himmel - Polarlichter über Deutschland zu sehen
Ein Sonnensturm sorgt für Polarlichter über Deutschland. Er ist so stark, dass das Lichtspektakel vom Norden bis zu den Alpen zu sehen ist.
- 12. Februar 2026
Karnevalskirmes 2026 belebt Dortmunder Innenstadt
🎡 Vom 12. bis 16. Februar wird Dortmunds City zur Karnevalskirmes – mit Fahrgeschäften, Flair und Familienfest.
- 23. Januar 2026
Jagd & Hund 2026 – Europas größte Jagdmesse
Vom 27. Januar bis 1. Februar 2026 verwandelt sich die Westfalenhalle in ein Paradies für Jäger, Naturfans und Hundefreunde
Neueste Artikel
- 18. Februar 2026
Viele Lawinen in Österreich - ein Deutscher unter drei Toten
Im Westen Österreichs herrscht hohe Lawinengefahr. In Tirol wurden mehr als 30 Lawinen gezählt. Einige Wintersportler konnten gerettet werden. Für andere endeten Touren abseits der Pisten tödlich.
- 18. Februar 2026
Ärzte sehen keine Chance mehr für herzkrankes Kind
Nach einer misslungenen Transplantation liegt ein Zweijähriger in Italien seit Wochen auf der Intensivstation. Sein Schicksal bewegt das ganze Land. Nun bekommen die Eltern eine Hiobsbotschaft.
Weitere Artikel derselben Kategorie
- 18. Februar 2026
Viele Lawinen in Österreich - ein Deutscher unter drei Toten
Im Westen Österreichs herrscht hohe Lawinengefahr. In Tirol wurden mehr als 30 Lawinen gezählt. Einige Wintersportler konnten gerettet werden. Für andere endeten Touren abseits der Pisten tödlich.
- 18. Februar 2026
Ärzte sehen keine Chance mehr für herzkrankes Kind
Nach einer misslungenen Transplantation liegt ein Zweijähriger in Italien seit Wochen auf der Intensivstation. Sein Schicksal bewegt das ganze Land. Nun bekommen die Eltern eine Hiobsbotschaft.

