8. Mai 2024 / Gesundheit

Kampagne klärt auf: Wann muss mein Kind in die Klinik?

Kranke Kinder, überforderte Eltern, überfüllte Notaufnahmen. Hier gibt’s Hilfe.

Stadt und das Klinikum Dortmund haben ein neuartiges Informations-Projekt gestartet. Ziel: Eltern sollen Krankheitssymptome ihrer Kinder besser einschätzen können, um unnötige Wege in Notfallambulanzen und Kinderarztpraxen zu vermeiden.
 
 
Wenn ein Kind Bauchschmerzen hat, kann das an einem Magen-Darm-Infekt liegen – aber auch an bloßer Aufregung oder gar einer akuten Blinddarmentzündung. „Während eine Aufregung schnell verflogen sein dürfte, ist eine Blinddarmentzündung durchaus gefährlich. Da ist es nachvollziehbar, dass Eltern schnell verunsichert sind und zu uns in die Klinik kommen“, sagt der Direktor der Kinder und Jugendklinik des Klinikums Dortmund, Prof. Dr. Dominik Schneider.

Mehr als 50 Prozent der Ambulanz-Besuche wären gar nicht nötig
Doch Fakt ist auch: Kinderkliniken und -praxen, aber auch das Gesundheitsamt berichten, dass Eltern aufgrund großer Besorgnis immer häufiger professionelle Hilfe aufsuchen, obwohl diese nicht nötig gewesen wäre. Prof. Dr. Dominik Schneider: „In mehr als 50 Prozent aller Fälle, die zu uns in die Notfall-Ambulanz kommen, besteht dazu keine akute medizinische Notwendigkeit. Die Folgen sind volle Notfallambulanzen oder lange Wartezeiten in Kinderarztpraxen. Das bringt das System und das medizinische Personal in der Versorgung und Beratung an die Grenzen.“

Auch den Grund für die wachsende Verunsicherung der Eltern kennt Prof. Dr. Schneider: „Viele junge Eltern sind in ihrer Gesundheitskompetenz entwurzelt. Sie sind allein hier, es fehlt der soziale und familiäre Rückhalt. Das richtige Einschätzen von gesundheitlichen Symptomen der Kinder wird nicht mehr automatisch vererbt.“ Hinzu komme, dass man im Internet viele beunruhigende Fehlinformationen finden könne.

Flyer und Videoclips klären auf - einfach und praxisnah
Prof. Schneider und die Gesundheitsdezernentin der Stadt Dortmund, Birgit Zoerner, haben jetzt eine ganz neue Kampagne für Eltern entwickelt: Zu den fünf häufigsten Krankheitsbildern Bauchschmerzen, Fieber, Husten, Halsschmerzen und Durchfall wurden Flyer entwickelt. Prof. Schneider: „Kurze Sätze, ganz einfache Sprache, verständliche Begriffe, praxisnah und gut handhabbar.“ Bislang stehen sie in deutscher, arabischer und türkischer Sprache zur Verfügung, weitere Sprachen folgen. Dazu gibt es auch kurze und verständliche Videoclips von Prof. Schneider mit Nachvertonung und Untertiteln in türkischer, russischer, rumänischer, persischer, französischer und bulgarischer Sprache. Alle Informationsmaterialen sind digital auf der Seite des Gesundheitsamtes sowie in der Integreat-App der Stadt Dortmund zu finden.

Meistgelesene Artikel

Großbrand in Dortmund
Feuerwehr-Meldung

Großbrand in Dortmund

weiterlesen...
Apothekennotdienst 01.06 + 02.06
Apothekennotdienst

Apothekennotdienst in Dortmund

weiterlesen...
Zwei weitere junge Spieler bleiben bei den Eisadlern!
Freizeit

Zwei weitere junge Spieler bleiben bei den Eisadlern!

weiterlesen...

Neueste Artikel

Getötete Valeriia: Ermittler haben noch keine heiße Spur
Aktuelles aus Deutschland und der Welt

Der gewaltsame Tod der neunjährigen Valeriia aus dem sächsischen Döbeln hat Entsetzen ausgelöst. Die Ermittler suchen fieberhaft nach dem oder den Tätern. Die Menschen trauern und gedenken.

weiterlesen...
Mann bei SEK-Einsatz in Hamburg erschossen
Aktuelles aus Deutschland und der Welt

Ein Feuerwehreinsatz in Hamburg nimmt eine unerwartete Wendung: Zunächst kümmern sich die Rettungskräfte um einen Mann mit Verbrennungen. Dann aber fallen Schüsse.

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Erster Gesundheitskiosk bietet Angebote zur Prävention und Gesundheitsförderung
Gesundheit

Ihr interessiert euch für Gesundheitliche Themen? dann schaut euch einmal das neue Pilotenprojekt der Stadt Dortmund an!

weiterlesen...
Gesundheitsamt gibt Impf-Empfehlungen
Gesundheit

Welche sind die wichtigsten?

weiterlesen...