8. November 2022 / Kultur in der Stadt

Das historische "Evinger Schloss" bekommt neue Zukunft als Bürger*innenhaus

Eine tolle Aktion!

Das ehemalige Wohlfahrtsgebäude am Nollendorfplatz, auch "Evinger Schloss" genannt, soll als Bürger*innenhaus kulturell wiederbelebt werden. Nach seiner Sanierung könnte es an die Kulturbetriebe übertragen und vom Dietrich-Keuning-Haus bespielt werden.

Das heute denkmalgeschützte Gebäude entstand in den Jahren 1903 bis 1906 nach Plänen des Architekten Paul Knobbe als Wohlfahrtsgebäude für die Zechen Minister Stein und Fürst Hardenberg. Da die Häuser der umliegenden Bergarbeitersiedlung nicht mit Bädern ausgestattet waren, wurde im Wohlfahrtshaus eine Badeanstalt eingerichtet. Auch die Kinder der Bergleute wurden hier betreut.

Ein Gebäude mit vielfältiger Funktion
Seitdem hatte das markante Gebäude viele Funktionen, u.a. als Weiterbildungseinrichtung für Hörfunkjournalismus oder als Sitz der Chorakademie. Bereits heute ist das Evinger Schloss ein wichtiger Stützpunkt für Vereine und Verbände in Eving: Hier sitzen u.a. das Archiv für populäre Musik des Ruhrgebiets e.V., der Türkische Elternverein, der Evinger Geschichtsverein, das türkische Bildungszentrum Tügem e.V., die Karnevalsjugend und die Ortsgruppe des IGBCE.

Durch die Sanierung gewinnt das Gebäude mehr Nutzfläche. Diese befindet sich, so der Kulturdezernent Jörg Stüdemann in der Sitzung der Verwaltungsspitze am Dienstag, 8. November, in den letzten Zügen. "Wir sind froh, dass der lange Sanierungsprozess nach knapp fünf Jahren bald abgeschlossen wird. Zu den Maßnahmen gehörten u. a. Brandschutzmaßnahmen, die Erneuerung von Leitungen sowie die Trockenlegung des zum Teil durchfeuchteten Kellers." Durch die Arbeiten am Keller und den Ausbau einer ehemaligen Hausmeisterwohnung im Dachgeschoss erhalte das Haus, so Stüdemann, eine deutlich größere Nutzungsmöglichkeit. "Insgesamt stehen im Bürger*innen Haus nun 2.500 Quadratmeter zur Verfügung." Die Raumaufteilung sieht somit wie folgt aus: Im Keller befinden sich nun 18, im Erdgeschoss 17, im Obergeschoss 24 und im Dachgeschoss 10 unterschiedlich nutzbare Räumlichkeiten.

Dietrich-Keuning-Haus soll ab Dezember offiziell das Management übernehmen
Wie es mit dem Haus organistorisch weitergeht, beantwortete Stüdemann ebenfalls auf der Sitzung der Verwaltungsspitze: "Der Vorschlag lautet, dass wir das, was wir schon in Eving praktizieren, in Zukunft fortführen. Seit 2020 führt das Dietrich-Keuning-Haus das Management des Hauses. Da die Kooperation sich die letzten Jahre bewährt hat, schlagen wir dem Rat im Dezember vor, diese Arbeit fortzusetzen und das Haus offiziell an den Betrieb des Dietrich-Keuning-Hauses gelegt wird".

In der Verantwortung des Dietrich-Keuning-Hauses könnte sich das Haus nach Abschluss der Sanierung erneut zum Bürger*innenzentrum entwickeln – und damit an seine historische Tradition anknüpfen. Das Keuninghaus schlägt vor, das Programm auf drei Säulen zu stellen: das Evinger Schloss als

  • Ort des Austauschs, der Kultur und Begegnung,
  • Ort für Vereine und Verbände,
  • Zentrum für Fort- und Weiterbildung und Tagungszentrum.

Neuer Treffpunkt im Bezirk Eving
Im Mittelpunkt steht die Stadteilorientierung: Menschen aus dem Stadtbezirk, Vereine, Initiativen und Gruppen sollten das Gebäude für ihre künstlerischen, kulturellen und kreativen Aktivitäten nutzen können. Dafür könnte ein großer Raum im Erdgeschoss zu einem Bürger*innencafé umgebaut werden. Auch der Außenbereich hat das Potential, als Treffpunkt umgestaltet zu werden.

Lesungen, Konzerte, Tanzaufführungen und Podiumsveranstaltungen
Das Gebäude eignet sich für Kulturveranstaltungen wie Lesungen, Konzerte, Tanzaufführungen und Podiumsveranstaltungen sowie für kleinere Theater- und Musicalprojekte. Durch gezielte Netzwerkarbeit der Mitarbeiter*innen des Hauses können gemeinsame Kulturveranstaltungen der Nutzer*innen auf die Beine gestellt werden – das Keuninghaus verfügt hier über die erforderliche Expertise.

Für Verbände und Vereine bietet das Evinger Schloss die seit Jahren dringend benötigten Räumlichkeiten – einige Vereine weichen derzeit schon auf Treffpunkte außerhalb des Stadtbezirks aus, da es im Stadtbezirk bislang kein vielseitig nutzbares Soziokulturzentrum gibt. Geplant ist, die Räume nicht mehr dauerhaft zu vermieten, sondern bedarfsorientiert zu vergeben, damit mehr Verbände, Vereine und Gruppen profitieren.

Um auch Einnahmen zu erzielen, könnten die Räumlichkeiten auch für Fort- und Weiterbildungen sowie Tagungen vermietet werden. Das Gebäude ist von seiner Struktur, seiner Lage, der Aufteilung der Räumlichkeiten auf vier Ebenen sowie der Kapazitäten als Tagungszentrum ideal. Die Einnahmen würden in die sozialen Aktivitäten des Hauses und in die Gesamtbewirtschaftung des Gebäudes fließen. Auch im Vermietungs- und Raummanagement hat das Keuninghaus langjährige Expertise.

Quelle: Stadt Dortmund

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