4. Januar 2022 / Aktuelles aus der Stadt

Rombergpark schenkt Bürger*innen auch 2022 "ein kleines Stück Glück"

Ein Ort zum Glücklichsein

Zum Jahreswechsel haben viele Menschen vielleicht wieder Klee als Glücksbringer geschenkt bekommen. Doch es gibt auch einige andere Glückspflanzen - teils exotisch - die im Dortmunder Rombergpark bestaunt werden können. Parkleiter Dr. Patrick Knopf informiert.

Obwohl 2021 viel Gutes im Botanischen Garten Rombergpark geschehen ist, wird das Jahr als zweites Corona-Jahr bei vielen eher gemischte Gefühle hinterlassen. Die zahleichen nötigen Einschränkungen und Schließungen zeigten aber auch, wie wichtig die Grünanlagen in Dortmund für die Erholung der Bürger*innen sind.

Das Erfahren von Ruhe, Freiheit und Weite auf den Wegen und unter alten Bäumen ist ein kostbares Gut und nicht zuletzt auch ein kleines Stück vom Glück. Zum Jahreswechsel werden üblicherweise Glückssymbole aller Art verschenkt - Schweine, Hufeisen und Schornsteinfeger. Aber sind wir mal ehrlich: Echte Glücksbringer zählen doch viel mehr als die nachgemachten Symbole. Und wir haben das Glück, dass auch einige Pflanzen als ausgesprochene Glücksbringer gelten – wie z.B. der Glücksklee, Kamelien, Azaleen und die exotische Tonkabohne. Doch warum ist das so?

Glücksklee ist heimisch in Mexiko
Schauen wir uns doch den vierblätterigen Glücksklee genauer an: Wir freuen uns im Sommer, wenn wir in der Wiese oder im Wald ein entsprechendes Blatt mit vier Ausbuchtungen antreffen. Dies geschieht sehr selten beim Sauerklee oder den Wiesenkleearten und ist die Folge einer spontanen Mutation.

Die Pflänzchen, die zum Jahreswechsel verkauft werden, sind immer vierblättrig. Diese Art ist in Mexiko heimisch und heißt botanisch Oxalis tetraphylla. Also muss Mexiko ein enorm glückliches Land sein – denn schließlich wachsen dort Abermillionen dieser Pflanzen.

Nur einem Menschen hat diese Pflanze kein Glück gebracht: ihrem Entdecker Ferdinand Deppe. Einst hieß die Pflanze ihm zu Ehren Oxalis deppei, wurde aber später einfach umbenannt. So kann es gehen. Eng verwandt mit dem Glücksklee ist übrigens die exotische Sternfrucht, auch Carambola genannt – eventuell sind die Früchte ja essbares Glück?!

Azaleen kommen aus Asien
Azaleen hingegen gelten in ihrer asiatischen Heimat China und Japan schon seit Jahrhunderten als Glückssymbol und auch als Garanten für ein langes und erfolgreiches Leben. Die winterliche Blütezeit ab Oktober macht sie vor allem im europäischen graunassen Winter sehr begehrt: Sie bringen blühende Natur in die Wohnung und sollen für Wohlbefinden und Harmonie sorgen.

In ihrer Harmonie, Ausgewogenheit und Anmut und mit ihrer Schönheit sind sie in Asien ein begehrtes Meditationsobjekt. Ganz im Sinne fernöstlicher Lebensphilosophien wie Zen oder Feng Shui haben Azaleen eine positiv stimulierende Wirkung, sie beruhigen und wirken ausgleichend und zugleich stimmungsaufhellend. Die Zimmer-Azaleen zählen heute übrigens zu den Rhododendron und heißen daher botanisch Rhododendron simsii, auf Deutsch Indische Azalee. Es gibt über 2000 Sorten – das ist eine Menge Glück.

Gärtner*innen setzen öfter auf Kamelien
Die Kamelien (botanisch Camellia japonica) werden hierzulande als Gartenpflanze immer beliebter, denn aufgrund des Klimawandels überleben sie die Winter immer besser und erfreuen uns mit ihren auffälligen Blüten. Benannt wurden sie nach dem tschechischen Jesuitenpriester, Vater Georg Joseph Kamel.

Auch duften die Pflanzen, eigentlich in Ostasien heimisch, wunderbar. In Japan nennt man sie "Hana Tsubaki". Die besondere Blume wird häufig in spirituellen und religiösen Zeremonien verwendet. Sie symbolisiert die Göttlichkeit. Genauso steht sie aber für den Frühling und für Neuanfänge. Insbesondere die weißen Kamelienblüten dienen als Glücksbringer – allerdings nur für Männer. Nicht gerade gerecht gegenüber den Frauen. Da bleibt aber wohl nur Abwarten und Tee trinken. Apropos Tee: Grüner bzw. Schwarzer Tee sind die Blätter von Camellia sinensis. Und diese Art blüht in reinweiß, also flüssiges Glück zum Trinken.

Es gibt auch exotische Glücksbringer
Etwas exotischer geht es mit der Tonkabohne weiter. Sie ist der Same eines 30 Meter hohen Baumes in Mittel- und Südamerika, der dort Tonco- oder Tongabaum genannt wird, noch öfter Kumaru. Die geriebenen Samen schmecken nach einem Hauch von Vanille mit Butterkaramell, Mandeln und Mokka. Vielleicht auch nach parfümiertem Tabak, gemischt mit einem zarten Duft nach trockenem Heu und Süßholz.

In Guyana tragen die Eingeborenen Tonkabohnen-Ketten um den Hals, einerseits als glücksbringendes Schutz-Amulett gegen Krankheiten, andererseits wegen des Wohlgeruchs. Die Tonkabohne gilt auch als Wunschbohne und Glücksbringer - im Portemonnaie verspricht sie Geldsegen! Warum? Vielleicht, weil die Samen bis in die 1940er Jahre legales Zahlungsmittel der Eingeborenen in Venezuela waren.

Wichtiger Hinweis zum Schluss: Die hier aufgeführten glücksbringenden Arten wachsen allesamt im Botanischen Garten Rombergpark – der ist damit also wahrlich ein Ort zum Glücklichsein.

Text: Dr. Patrick Knopf, Leiter des Botanischen Gartens Rombergpark
Quelle: dortmund.de | nachrichten

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